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12. August 2013

Arch Linux: Der Weg zu "meinem" GNOME - Themes verwenden (Teil 1)

Wie bereits in diesem Blog berichtet, bin ich kürzlich von Ubuntu auf Arch Linux umgestiegen. Bei dieser Gelegenheit habe ich darüber hinaus den Wechsel von der Desktopumgebung Unity zu GNOME 3 gewagt. Da die Desktopumgebung einen maßgeblichen Anteil am Userkomfort eines Systems hat, will ich nun zusätzlich zu den bisherigen Artikeln über den Wechsel der Distribution eine kleine Serie über die Veränderungen, die ich an der GNOME-Shell vorgenommen habe, um sie nach meinen Wünschen zu gestalten, starten. In diesem ersten Teil dieser neuen Serie will ich die Themes, die ich zur Anpassung des Fensterdesigns, des Shell-Designs, der Icons und des Cursors gewählt habe, vorstellen und dessen Installation erläutern. Das Ergebnis der Umgestaltung ist auf dem folgenden Screenshot zu erkennen.

Das "Numix"-Theme unter GNOME 3 (Klicken zum Vergrößern)

1 Das Fenster-Theme


Bei dem von mir gewählten Fenster-Theme handelt es sich um das GTK3-Theme "Numix", das unter diesem Link verfügbar ist. Neben der Möglichkeit, das Theme als zip-Archiv herunterzuladen, wird es für Arch-User auch im AUR angeboten und kann somit über den folgenden Konsolenbefehl mittels Yaourt installiert werden. Wie Yaourt auf einem Arch-System eingerichtet werden kann wurde bereits in diesem Artikel erläutert.
 $ yaourt -S gtk-theme-numix  
Weitere Themes findet man z.B. unter GNOME-Look.org. Falls ein Theme, das manuell heruntergeladen wurde, verwendet werden soll, müssen die entsprechenden Dateien in das Verzeichnis /usr/share/themes/ kopiert werden.

Um das Theme anzuwenden verwendet man am besten ein dafür geeignetes Tool, wie z.B. das "Gnome Tweak Tool", welches folgendermaßen über den Paketmanager Pacman installiert werden kann:
 $ sudo pacman -S gnome-tweak-tool  
Nachdem das Programm gestartet wurde findet man in der Kategorie "Thema" Möglichkeiten um die verschiedenenen Themes auszuwählen. Für die Anpassung des Fenster-Themes sind dabei die Optionen "GTK+-Thema" und "Fenster-Thema" relevant. Um das Theme zu setzen, muss in den entsprechenden Auswahl-Boxen der Eintrag "Numix" gewählt werden.

Scheinbar kann es vorkommen, dass durch einen Bug im Gnome Tweak Tool die Option "Fenster-Thema" fehlt. Dadurch kann das Design der Titelleisten von Fenstern nicht angepasst werden. Falls dieses Problem, wie in meinem Fall, auftritt, schafft der folgende Konsolenbefehl, durch den das Fenster-Theme manuell gesetzt werden kann, Abhilfe:
 $ gsettings set org.gnome.desktop.wm.preferences theme "Numix"   

Optionen zur Theme-Auswahl im Gnome Tweak Tool, wobei die Option "Fenster-Thema" durch einen Bug fehlt (Klicken zum Vergrößern)

2 Das Shell-Theme


Bei dem Shell-Theme handelt es sich um ein weiteres Theme, das das Aussehen von Elementen der GNOME-Shell, wie etwa des Panels oder des Aktivitäten-Menüs, bestimmt. In Kombination mit den Numix-Fenster-Thema wird hierfür das Shell-Theme "Elegance Colors" empfohlen, das es erlaubt, die Darstellung der Shell-Elemente der des aktuell gesetzten Fenster-Themas anzupassen.

Das Theme "Elegance Colors" steht unter diesem Link zum Download zur Verfügung. Alternativ ist es ebenfalls über das AUR verfügbar. Der folgende Befehl installiert es mittels Yaourt:
 $ yaourt -S gnome-shell-themes-elegance-colors  
Nach der Installation kann das dazugehörige Konfigurations-Tool über die Suche gefunden und gestartet werden. Das Theme sollte anschließend im Gnome Tweak Tool unter der Kategorie "Thema", wie in dem oben gezeigten Screenshot dargestellt, für die Option "Shell-Thema" auswählbar sein. Dabei ist zu beachten, dass für die Verwendung von Shell-Themes die GNOME-Extension User Themes installiert sein muss. Falls ein Shell-Thema manuell installiert wurde, findet sich neben dieser Option ein Button über den manuell das Verzeichnis, in dem dieses Theme zu finden ist, gewählt werden kann.

Im Konfigartions-Tool von Elegance Colors kann über die Option "Load config from preset" ein Fenster-Thema ausgewählt werden, dessen Aussehen für das Shell-Theme übernommen werden sollen. In diesem Fall muss hier dementsprechen "Numix" ausgewählt werden. Das Ergebnis sieht bereits sehr gut aus, wobei Kleinigkeiten anschließend manuell über das Tool angepasst werden können.

Das Konfigurations-Tool des Shell-Themes "Elegance Colors" (Klicken zum Vergrößern)

3 Das Icon-Theme


Für das Fenster-Thema "Numix" werden mit dem "Numix-uTouch"-Icon-Theme, das unter diesem Link oder ebenfalls über das AUR zu finden ist, passende Icons angeboten. Außerdem gibt es eine zweite, schlichtere Variante dieses Icon-Themes, das mir persönlich besser gefällt und über den folgende Yaourt-Befehl installiert werden kann:
 $ yaourt -S numix-icon-theme-git  
Wie alle Themes in diesem Artikel kann auch das Icon-Theme über die "Thema"-Kategorie des Gnome Tweak Tools gesetzt werden. Die dementsprechende Option lautet "Symbol-Thema". Falls ein Icon-Theme manuell heruntergeladen wurde, muss der entsprechende Ordner in das Verzeichnis /usr/share/icons/ kopiert werden, damit es in der Auswahl erscheint.

4 Das Cursor-Theme


Um das Aussehen der Desktopumgebung abzurunden, habe ich außerdem noch ein alternatives Cursor-Theme installiert, das den standardmäßigen, schwarzen Cursor durch eine hellere Variante ersetzt. Der Name dieses Themes lautet "Vanilla-DMZ". Es ist über den folgenden Befehl aus dem AUR installierbar:
 $ yaourt -S xcursor-vanilla-dmz  
Anschließend kann es über die Option "Zeiger-Thema" der Kategorie "Thema" des Gnome Tweak Tools gesetzt werden. Manuell heruntergeladene Cursor-Themes müssen hierfür, wie auch Icon-Themes, in das Verzeichnis /usr/share/icons/ kopiert werden.

5 Chrome-Theme


Ergänzend soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass ebenfalls ein Numix-Theme für den Chrome-Browser verfügbar ist. Wer also Chrome, bzw. Chromium im Zusammenspiel mit Numix verwendet, sollte einen Blick auf dieses Theme werfen, das hier zum Download bereit steht und den Browser optisch an das Fenster-Thema anpasst.

Weiterführende Links:

10. August 2013

Arch Linux: Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux - Fazit (Teil 7)

In diesem finalen Artikel meiner Serie über den Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux will ich nun ein persönliches Fazit und einen Ausblick auf meinen weiteren Weg mit der Distribution abgeben. Dabei kann gleich zu Anfang festgehalten werden: Arch hat mich überzeugt!

1 Die Vorgeschichte


Mein Weg zu Arch Linux war anfangs, wie wahrscheinlich für viele andere auch, sehr von Unerfahrenheit geprägt. Die ganze Geschichte fing an, als für mich, aufgrund von neuer Hardware, eine Neuinstallation meines Ubuntu-Systems bevorstand. Dieses System war über Jahre gelaufen und hatte so einige Update-Zyklen mitmachen müssen. Besonders nach dem Update auf Ubuntu 12.10 wurde es merklich unstabiler. Neben zunehmenden Abstürzen von Programmen und Diensten machte sich dies auch in einer spürbar schlechteren Performance bemerkbar. So konnte es nichts schaden, eine komplette Neuinstallation in Angriff zu nehmen, wo doch das Betriebssystem sowieso auf eine SSD verlagert werden sollte.

Bei dieser Gelegenheit kam mir der Gedanke, ob es nicht an der Zeit wäre, auf eine andere Linux-Distribution, die sich mehr an fortgeschrittene Benutzer richtet und nicht so sehr unter der Vorherrschaft von Canonical und dessen zweifelhaften Entscheidungen leidet, zu wechseln. Denn, dass ich bei Linux bleiben werde, stand nie zur Debatte, nachdem mich Ubuntu vor Jahren erfolgreich aus dem Windows-Milieu befreit hatte. Die einzelnen Punkte, die mich an Ubuntu störten, habe ich bereits im ersten Teil dieser Serie erwähnt, weshalb ich an dieser Stelle nicht noch ein weiteres Mal darauf eingehen will. Es sei nur so viel gesagt, dass ich bereits von einigen anderen Umsteigern gelesen habe, die aus ähnlichen Gründen den Schritt von Ubuntu zu Arch gewagt haben, weshalb meine Aufmerksamkeit auf diese Distribution gefallen ist. Nach einigem inneren Gerangel und ersten Nachforschungen darüber, welche Vorteile ein solcher Wechsel für mich haben könnte, habe ich mich dann letztendlich dafür entschieden, Arch Linux zumindest einmal eine Chance zu geben, denn der Schritt zurück zu Ubuntu wäre zur Not schnell gemacht und wer sich einen fortgeschrittenen Linux-User nennen will, muss auch mal einen Blick auf andere Distributionen wagen.

2 Erste Schritte


So ging ich relativ unbedarft an die Installation meines neuen Arch-Systems, wobei ich dabei der schrittweisen Anleitung des Arch-Wikis gefolgt bin. Auf diese Weise ist die Installation nicht weiter schwierig und man lernt einige der wesentliche Bestandteile kennen, aus denen sich ein Linux-System zusammensetzt. Lediglich, wenn man von der Anleitung abweichende Anforderungen, wie etwa in meinem Fall die Verschlüsselung mittels LVM hat, muss man sich aus anderen Wiki-Artikeln die notwendigen Informationen zusammensuchen. Aufgrund der doch sehr langwierigen Anleitung, die jedoch sehr umfangreich ist und viele verschiedene Szenarios abdeckt, und eventuellen weiteren Nachforschungen im Wiki, dauert die Installation von Arch beim ersten Mal doch sehr lange im Vergleich mit anderen Distributionen. Insbesondere, wenn man sich dann mit unerwarteten Problemen konfrontiert sieht, in meinem Fall gab es beispielsweise eine Fehlermeldung bei der Installation von GRUB über die keine hilfreichen Informationen zu finden waren, weshalb ich letztendlich auf Syslinux umgestiegen bin, muss man einiges an Ausdauer und den Willen beweisen, selbst für die Funktionalität des Systems verantwortlich zu sein.

Auch wenn man schließlich ein lauffähiges Arch Linux vor sich hat, wird man noch mit Problemen konfrontiert, die man so von anderen Distributionen nicht kennt, wie etwa, wenn sich Flash-Videos nach der manuellen Installation von eines Flash-Players nicht im Vollbildmodus abspielen lassen. Insbesondere, wenn man zuvor Ubuntu genutzt hat, das dem Benutzer die Installation solcher grundlegenden Funktionalitäten, wie Flash oder Audio-, bzw. Video-Codecs, abnimmt, sind diese zusätzlichen Aufgaben zur Konfiguration des Systems eher ungewohnt. Ein Blick in das sehr umfangreiche Arch-Wiki, welches an dieser Stelle ausdrücklich gelobt werden soll, schafft jedoch meist Abhilfe und bietet auch Lösungen für häufig auftretende Probleme. Dabei ist zu beachten, dass die englischsprachige Ausgabe deutlich umfangreicher ist als die deutsche, weshalb sie nach Möglichkeit vorzuziehen ist.

3 Die Desktopumgebung als Kriterium


Wenn man, wie ich, zuvor Ubuntu mit der Unity-Oberfläche genutzt hat, macht es bei einem solchen Umstieg Sinn, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoll wäre, neben dem Basissystem auch die Desktopumgebung zu wechseln. Zunächst hatte ich vor, auch unter Arch Linux auf Unity als Benutzeroberfläche zu setzen, jedoch wurde mir klar, dass einige der kritischen Punkte, die ich und viele andere Linux-User bei der Entwicklung von Ubuntu beobachteten, mit der Einführung von Unity zusammenhängen. Damit meine ich nicht das Bedienkonzept, das zwar ebenfalls vielen nicht gefällt, mir persönlich aber weiterhin zusagt, sondern Kritikpunkte wie der leichtfertige Umgang mit Userdaten bei der integrierten Suche oder fehlende Einstellungsmöglichkeiten. Außerdem ist es zwar prinzipiell möglich, Unity unter Arch Linux zu installieren, jedoch traten in meinem Fall Probleme im Betrieb auf, die mir den Eindruck vermittelten, dass Unity explizit dafür entwickelt wurde, unter Ubuntu zu funktionieren, während die Unterstützung anderer Distributionen auf der Strecke blieb.

Aus diesen Gründen entschied ich mich für den Wechsel zu einer anderen Desktopumgebung, wobei mir die Wahl hierfür nicht leicht fiel. Letztendlich habe ich mich für GNOME 3 entschieden und nach einigen Anpassungen, die zugegebenermaßen dazu dienen, Unity-Eigenschaften nachzuahmen, bin ich mit dieser Wahl sehr zufrieden. Zwar hat die Desktopumgebung nur entfernt etwas mit Arch Linux zu tun, jedoch ist sie die maßgebliche Schnittstelle zum Benutzer, mit der man Tag für Tag konfrontiert wird. Aus diesem Grund kann für einen Ubuntu-User, der den Umgang mit Unity gewohnt ist, der Umstieg auf Arch Linux unattraktiv werden, wenn die Desktopumgebung nicht ohne Probleme darauf lauffähig ist. GNOME konnte ich dagegen ohne Probleme installieren und starten, was wohl auch für die restlichen Desktopumgebungen der Fall sein wird. Letztendlich kann man diese vorbildliche Unterstützung als eine positive Eigenschaft von Arch Linux werten, während man unter Ubuntu eine solche Flexibilität zwar prinzipiell ebenfalls gegeben hat, die Erfahrung aber zeigt, dass die Verwendung alternativer Desktopumgebungen zu Problemen führen kann.

Der GNOME-Desktop meines Arch Linux-Systems (Klicken zum Vergrößern)
Die hier präsentierten Screenshots zeigen die von mir angepasste GNOME-Shell meines Arch Linux-Systems. Das verwendete Shell- und Icon-Theme heißt "Numix" und ist über die, am Ende dieses Artikels angegebenen, Links verfügbar. Die Downloads können jeweils auch über das AUR bezogen und installiert werden. Um solche Themes anzuwenden, verwendet man am Besten ein Programm wie z.B. das "gnome-tweak-tool", das über die offiziellen Repositories verfügbar ist.

Das Aktivitäten-Menü von GNOME 3 (Klicken zum Vergrößern)

Neben dem verwendeten Theme habe ich die GNOME-Shell auch über einige sogenannte GNOME-Extensions angepasst. Zu den so erreichten Modifikationen gehören z.B. das Ausblenden des Aktivitäten-Buttons, das Verschieben der Datums-Anzeige nach rechts, die Vergrößerung des App-Launchers oder das Anzeigen der Schaltflächen von maximierten Fenstern im GNOME-Panel. Dies ist notwendig, da durch eine Anpassung des verwendeten Themes die Titelleisten von maximierten Fenstern ausgeblendet werden. Passend zu diesem Verhalten, das man von Unity kennt und das auf dem folgenden Screenshot zu sehen ist, wurden die Fensterschaltflächen von rechts nach links verschoben.

Darstellung eines maximierten Fensters, wobei die Titelleiste durch das GNOME-Panel ersetzt wird (Klicken zum Vergrößern)

Bei Bedarf kann ich in einem gesonderten Artikel näher auf die einzelnen Maßnahmen eingehen, die nötig sind um die GNOME-Shell auf diese Weise anzupassen.

4 Mein Fazit


Zusammenfassend kann man sagen, dass der Weg zu einer selbst konfigurierten Arch-Installation besonders beim ersten Mal durchaus mühsam und langwierig sein kann. Wer jedoch gewillt ist, diese Mühen auf sich zu nehmen, bekommt am Ende ein selbst konfiguriertes, schlankes System, das nach individuellen Vorstellungen gestaltet werden kann und keinen unnötigen Ballast mit sich bringt. Für dieses Vorhaben sollte man neben ausreichend Zeit jedoch auch einiges an Linux-Erfahrung mit sich bringen, grundlegende Funktionsweisen von Linux kennen und sich insbesondere in einer Kommandozeilen-Umgebung gut zurecht finden. 

Neben der höheren Einstiegshürde gilt auch, dass die Lernkurve im Umgang mit Arch am Anfang stärker ansteigend ist, als bei anderen Distributionen, wie etwa Ubuntu, die dafür ausgelegt sind, eine höhere Benutzerfreundlichkeit zu erreichen. Wenn man allerdings die anfänglichen Probleme überwunden hat und gängige Vorgehensweisen, wie etwa die Verwendung des Paketmanagers Pacman oder des AURs, verinnerlicht hat, ist die Bedienung von Arch Linux nicht komplizierter als von anderen Distributionen. Wenn man außerdem gerne weitreichende Veränderungen nach den eigenen Wünschen an der Desktopumgebung, aber auch besonders an grundlegenden Systemfunktionalitäten, vornimmt, bekommt man durch Arch Linux eine viel höhere Flexibilität in die Hand gelegt, denn man muss sich bewusst sein, dass die Benutzerfreundlichkeit von anderen Systemen dadurch erreicht wird, dass dem Benutzer standardmäßig viele Entscheidungen abgenommen werden für die darüber hinaus auch oftmals die Einstellungsmöglichkeiten fehlen.

Dennoch verliert Ubuntu durch diese Vorteile keineswegs seine Daseinsberechtigung. Denn für Einsteiger und Durchschnittsbenutzer ist das Prinzip der Distribution durchaus besser geeignet. Lediglich, wenn man als fortgeschrittener Benutzer gewillt ist, Zeit und Mühen in ein selbst konfiguriertes System zu stecken, lohnt sich der Einsatz von Arch Linux. Für alle Anderen bleibt Ubuntu eine der besten Distributionen, die sich nicht umsonst einen großen, wenn nicht sogar den größten, Namen in der Linux-Landschaft gemacht hat.

Ich habe dagegen für mich beschlossen, dass Arch Linux in Zukunft Ubuntu, zumindest als Produktivsystem, ablösen wird. Demzufolge werden in diesem Blog zukünftig wohl eher Artikel über Arch- statt über Ubuntu-Themen zu finden sein und auch über GNOME, welches ich durch den Wechsel neuerdings verwende, wird wahrscheinlich einiges folgen. Trotzdem werde ich die Entwicklung von Ubuntu weiterhin aufmerksam verfolgen und ich hoffe, dass sich Canonical der häufig geäußerten Kritikpunkte annimmt, so dass Ubuntu weiterhin uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Weiterführende Links:

5. August 2013

Arch Linux: Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux - Das AUR nutzen (Teil 6)

Nachdem im letzten Artikel dieser Serie über den Umstieg auf Arch Linux bereits dessen Paketmanager Pacman, mit dem sich Software aus Repositories installieren lässt, betrachtet wurde, soll sich dieser Artikel darum drehen, wie Software aus dem sogenannten AUR bezogen werden kann. Das AUR, oder "Arch User Repository" ist ein von der Community gepflegtes, weiteres Repository, in dem sogenannte PKGBUILDS angeboten werden, die es erlauben Programme zu bauen und anschließend zu installieren. Auf diese Weise ist es möglich, eine riesige Anzahl von zusätzlichen Programmen bequem zu beziehen.

Die Webseite des Arch User Repositories (Klicken zum Vergrößern)

Um Software elegant im AUR aufzufinden und installieren zu können, bietet sich das Kommandozeilen-Tool Yaourt an, das einen Wrapper für Pacman darstellt und dadurch die exakt gleichen Befehle unterstützt. Im Folgenden soll die Installation von Programmen aus dem AUR mit Hilfe von Yaourt anhand eines Beispiels erläutert werden.

1 Installation von Yaourt


Bevor man Yaourt nutzen kann, muss dieses zunächst installiert werden. Es ist selbst über das AUR zu beziehen, weshalb man dessen Installation ein erstes Mal manuell durchführen muss. Dies trägt zum Verständnis bei, wie Software aus dem AUR heruntergeladen, gebaut und installiert werden kann und verdeutlicht, welche Arbeitsschritte Yaourt später selbständig übernehmen wird.

Zunächst muss sichergestellt sein, dass alle Pakete der Paketgruppe base-devel installiert sind. Anderenfalls lassen sie sich durch den folgenden Befehl über Pacman installieren:
 $ sudo pacman -S base-devel  
Anschließend muss in ein Verzeichnis navigiert werden, in dem die Dateien heruntergeladen und gebaut werden sollen. In diesem Beispiel dient dafür das Verzeichnis "builds" innerhalb des Home-Ordners des Benutzers:
 $ cd ~/builds  

Herunterladen der Build-Dateien


Bei den Build-Dateien, die heruntergeladen werden müssen, handelt es sich um eine .tar.gz-Datei, die über die Webseite des AURs, bzw. dessen Suchfunktion gefunden werden kann. Die beiden Pakete, die für die Installation von Yaourt notwendig sind, sind package-query und yaourt selbst. Die jeweiligen Dateien können entweder jeweils über den Link "Tar-Archiv herunterladen" auf der rechten Seite der jeweiligen AUR-Seiteen heruntergeladen und anschließend in das zuvor gewählte Verzeichnis kopiert werden, oder per Konsole über die folgenden beiden Befehle unter Angabe einer URL bezogen werden:
 $ curl -0 https://aur.archlinux.org/packages/pa/package-query/package-query.tar.gz  
 $ curl -O https://aur.archlinux.org/packages/ya/yaourt/yaourt.tar.gz  

Bauen und installieren des Pakets


Die beiden heruntergeladenen Archive müssen zunächst folgendermaßen entpackt werden, wobei jeweils ein neuer Unterordner angelegt werden sollte:
 $ tar -xvzf package-query.tar.gz  
 $ tar -xvzf yaourt.tar.gz  
Über den cd-Befehl muss nun zunächst in das Verzeichnis des Paketes package-query gewechselt werden:
 $ cd package-query
Anschließend kann das Paket über folgenden Befehl gebaut werden:
 $ makepkg -s
Dabei sollte eine Datei mit der Endung ".pkg.tar.gz" angelegt worden sein, die anschließend über Pacman installiert werden kann:
 $ sudo pacman -U package-query-1.2-2-x86_64.pkg.tar.xz  
Mit der selben Vorgehensweise kann anschließend das Paket yaourt installiert werden. Zu dessen Installation muss das Paket package-query bereits installiert worden sein, da es als Abhängigkeit benötigt wird.
 $ cd ../yaourt  
 $ makepkg -s  
 $ sudo pacman -U yaourt-1.3-1-any.pkg.tar.xz  

Benutzung von Yaourt


Da Yaourt die selben Befehle nutzt wie Pacman, ist dessen Handhabung identisch. Im Folgenden soll die Installation eines Paketes aus dem AUR beispielhaft anhand des Programms "adb" (Android Debug Bridge), das die Kommunikation mit einem Android-Gerät erlaubt, gezeigt werden.

Zunächst kann der Name des zu installierenden Pakets mithilfe des folgenden Befehls ausfindig gemacht werden:
 $ yaourt -Ss android debug bridge  
Die Ausgabe dieses Befehls, der sowohl Paketnamen, als auch -beschreibungen durchsucht, lautet dabei wie folgt:
 aur/adb-git 20130531-1 [installed] (23)  
   adb (Android Debug Bridge CLI tool), an Android platform tool  
Anschließend kann das gefundene Paket mit dem Namen "adb-git" über den folgenden Yaourt-Aufruf installiert werden:
 yaourt -S adb-git  
Es wird dabei die Option angeboten, die jeweilige PKGBUILD-Datei zunächst in einem Editor zu öffnen, was über die Taste "n" in der Regel verneint werden kann. Nach einer Bestätigung über die "y"-Taste wird das Paket gebaut und anschließend über Pacman installiert.

Installation des Pakets "adb-git" über Yaourt (Klicken zum Vergrößern)

Mit Yaourt bietet sie unter Arch Linux ein eleganten Weg, über Source-Quellen bezogene, Programme zu installieren und anschließend zu aktualisieren. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die zum Bauen verwendeten Skripte prinzipiell auch schädliche Befehle ausführen können, weshalb ein Yaourt- oder makepkg-Befehl niemals mit Root-Rechten ausgeführt werden sollte.

Weiterführende Links:

4. August 2013

Arch Linux: Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux - Paketmanagement mit Pacman (Teil 5)

In den vorherigen Artikeln dieser Serie "Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux" wurde oftmals der Arch Linux-eigene Paketmanager Pacman verwendet um Pakete bestimmte zu installieren. Da Pacman einer der wesentlichen Bestandteile und eine große Stärke von Arch Linux ist, soll ihm hiermit ein eigener Artikel gewidmet werden. Eine ausführlichere Dokumentation über das Programm, sowie eine Liste aller vorhandenen Befehle findet sich in diesem englischsprachigen Artikel des offiziellen Arch-Wikis.

Pacman ist ein Kommandozeilen-Werkzeug, das sich mit ein wenig Übung sehr unkompliziert und schnell bedienen lässt. Wie andere Paketmanager auch, ist Pacman in der Lage, Pakete aus Online- oder lokalen Repositories zu suchen, zu installieren, zu aktualisieren, zu überprüfen und zu entfernen. Eventuelle Abhängigkeiten werden dabei automatisch aufgelöst.

1 Verwendete Repositories festlegen


Die Programme, die durch Pacman gefunden und installiert werden können, sind verschiedenen Repositories zugeordnet. Neben den folgenden sechs offiziellen Repositories können auch benutzerdefinierte Repositories hinzugefügt werden.
  • [core] Enthält die Kernkomponenten von Arch Linux, die für dessen Betrieb unbedingt notwendig sind.
  • [extra] Enthält optionale Programme in der jeweils letzten stabilen Version.
  • [testing] Enthält die selben Programme wie [extra], jedoch in neueren, noch nicht ausreichend getesteten Versionen.
  • [community] Enthält weitere optionale Programme, die nicht von den Arch Linux-Entwicklern, sondern von sogenannten "Trusted Usern" betreut werden.
  • [multilib] Enthält 32-Bit Anwendungen, die auf 64-Bit Systemen installiert werden sollen.
  • [multilib-testing] Enthält die selben Anwendungen wie [multilib], jedoch in neueren, noch nicht ausreichend getesteten Versionen.
Nicht alle dieser offiziellen Repositories sind standardmäßig aktiviert. Um die aktuell verwendeten Repositories einzusehen und neue Repositories hinzuzufügen, muss die Konfigurationsdatei /etc/pacman.conf in einem Editor geöffnet werden. Diejenigen der offiziellen Repositories, die standardmäßig deaktiviert sind, wie z.B. [multilib], sind zwar in der Datei eingetragen, jedoch durch vorangestellte #-Zeichen auskommentiert. Um diese Repositories zu verwenden müssen diese Zeichen daher entfernt werden.

Durch Editieren der Datei können außerdem weitere benutzerdefiniert Repositories hinzugefügt werden, indem ein entsprechender Name und die Adresse des Servers hinzugefügt wird. Für die inoffiziellen Repositories der Unity-Desktopumgebung muss diese Ergänzung beispielsweise folgendermaßen lauten, wobei die Zeile "SigLevel = Optional" kennzeichnet, dass Paketsignaturen nicht zwingend erforderlich sein müssen:
 [unity]  
 SigLevel = Optional  
 Server = http://unity.xe-xe.org/$arch  

2 Wichtige Befehle


Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Befehle für den Umgang mit Pacman. Eine komplette Übersicht über alle vorhandenen Befehle findet sich dagegen unter diesem Link.

pacman -S [package1] [package2]Installiert eines oder mehrere Pakete oder aktualisiert sie, wenn sich bereits installiert wurden.
pacman -Ss [package] Sucht bestimmte Paketnamen nach einem Schlüsselwort, das Teil des Paketnamens oder der Paketbeschreibung ist.
pacman -Syu Führt eine komplette System-Aktualisierung durch.
pacman -Su Aktualisiert alle installierten Pakete.
pacman -Syy Baut die lokale Datenbank neu auf und aktualisiert sie (notwendig nachdem neue Repositories hinzugefügt wurden).
pacman -R [package] Entfernt ein bestimmtes Paket ohne seine Abhängigkeiten zu entfernen.
pacman -Rss Entwernt ein Paket, seine Abhängigkeiten und deren Abhängigkeit, insofern sie nicht von anderen Paketen benötigt werden.
pacman -U [package-file] Installiert ein lokales Paket aus einer Datei.
pacman -Qdt Zeigt verwaiste Pakete an, die als Abhängigkeiten anderer Pakete mitinstalliert wurden, aber nicht mehr benötigt werden.
pacman -Qm Zeigt alle Pakete an, die sich in keinem aktuell aktivierten Repository befinden.

Um den Cache des Paketmanagers zu leeren existiert darüber hinaus noch der Befehl pacman -Scc und um heruntergeladene Pakete und Repositories, die nicht mehr benötigt werden zu löschen, kann der Befehl pacman -Sc genutzt werden. Außerdem kann die Pacman-Datenbank optimiert werden, indem durch den Befehl pacman-optimize alle Paketdateien neu im Dateisystem angeordnet werden.

Weiterführende Links:

Arch Linux: Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux - Installation der Desktopumgebung (Teil 4)

Nachdem in den vorherigen beiden Artikeln dieser Serie bereits beschrieben wurde, wie ein verschlüsseltes Arch Linux aufgesetzt und konfiguriert werden kann, soll sich dieser Artikel um die Installation der Benutzeroberfläche drehen. Der Benutzer hat hierbei die Wahl zwischen allen gängigen Linux-Frontends, wie z.B. GNOME 3, KDE, LXDE, Xfce, Cinnamon, EnlightmentMATE oder auch das Ubuntu-eigene Unity. Eine Liste aller offiziell unterstützten Desktopumgebungen findet sich in diesem Artikel des Arch-Wikis. Wie bereits im ersten Teil dieser Serie erwähnt, soll in diesem Beispiel GNOME 3 zum Einsatz kommen.

1 Installation der Desktopumgebung


Um die Kernkomponenten von GNOME 3 mit Hilfe des Paketmanagers Pacman zu installieren, reicht der folgende Konsolenbefehl aus:
 $ sudo pacman -S gnome
Das optionale Paket gnome-extra, das über den folgenden Befehl installiert werden kann, enthält darüber hinaus einige zusätzliche Programme, die besonders gut mit der GNOME-Desktopumgebung harmonieren. 
 $ sudo pacman -S gnome-extra 

Auf ähnliche Weise können auch andere Benutzeroberflächen installiert werden. Es existiert hierfür jeweils ein Artikel im offiziellen Arch-Wiki, das eine dementsprechende Installationsanleitung enthält. Die Links zu den Artikeln über die einzelnen Desktopsystemen, die eingangs erwähnt wurden, sind unten aufgeführt.

2 Installation des Login-Managers


Um die Desktopumgebung zu starten muss außerdem noch ein sogenannter Login- oder Display-Manager installiert werden. Für GNOME 3 wird der Login-Manager GDM empfohlen, der sich folgendermaßen installieren lässt.
 $ sudo pacman -S gdm  
Neben GDM existieren noch weitere Login-Manager, wie z.B. KDM für KDE, LXDM für LXDE oder LightDM, das eine schlanke Variante von GDM darstellt. Je nach installierter Desktopumgebung kann es dementsprechend sinnvoll sein, einen passenden Login-Manager zu wählen, auch wenn einige davon mit jeder beliebigen Desktopumgebung funktionieren. Eine vollständige List aller verfügbaren Login-Manager findet sich unter diesem Link.

Um den Login-Manager automatisch nach dem Bootvorgang des Systems zu starten, muss außerdem noch der folgende Befehl ausgeführt werden:
 $ sudo systemctl enable gdm.service  

GNOME 3 auf Arch Linux (Klicken zum Vergrößern)

Weiterführende Links:

30. Juli 2013

Arch Linux: Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux - Zusätzliche Konfigurationen (Teil 3)

Nachdem im vorherigen Teil dieser Serie über den Umstieg auf Arch Linux die Installation des Basissystems beschrieben wurde, werden in diesem Artikel zusätzliche Konfigurationen aufgezeigt, die bei einem solchen, neu installierten, System angepasst werden sollten. Hierzu gehören etwa die Konfiguration der Soundausgabe, die Installation von Treibern für die Grafikkarte und Eingabegeräte, sowie die Installation des Fenstersystems X.

1 Erstellen eines neuen Benutzers


Da bisher nur der Root-Benutzer existiert, der nicht für alltägliche Arbeiten an dem System verwendet werden sollte, sollte nun als erstes ein neuer Benutzer mit eingeschränkten Rechten angelegt werden. Der folgende Befehl bewerkstelligt das, wobei "username" durch den gewünschten Benutzername ersetzt werden muss:
 # useradd -m -g users -s /bin/bash username  
Über den folgenden Befehl können außerdem zusätzliche Information wie z.B. der volle Name des Benutzers angegeben werden:
 # chfn username
Um außerdem ein Passwort für den neu angelegten Benutzer zu vergeben, kann folgender Befehl genutzt werden:
 # passwd username  

Damit man, wenn man mit dem neuen Benutzer angemeldet ist, trotz der eingeschränkten Rechte Befehle ausführen kann, die Root-Rechte benötigen, kann es nützlich sein, einen sogenannten sudo-Zugang für den Benutzer einzurichten. Über das Voranstellen des Schlüsselwortes "sudo" und die anschließende Eingabe des Root-Passworts können somit Befehle mit Root-Rechten ausgeführt werden.

Um einen solchen Root-Zugang einzurichten, muss zunächst das Paket sudo installiert werden:
 # pacman -S sudo  
Anschließend muss der Benutzer durch Editieren der Datei /etc/sudoers in die Liste derjenigen Benutzer aufgenommen werden, für die ein solcher sudo-Zugang erlaubt ist. Hierfür wird die Datei zunächst in einem Editor geöffnet:
 # nano /etc/sudoers  
Anschließend muss die folgende Zeile, die den jeweiligen Benutzernamen enthält, unter der Zeile "root ALL=(ALL) ALL" in die Datei aufgenommen werden. Es ist dabei unbedingt auf eine korrekte Schreibweise zu achten, da ansonsten die Anmeldung am System zerstört werden kann.
 username ALL=(ALL) ALL 
Falls außerdem die Auto-Vervollständigung von Konsolenbefehlen für den neuen Benutzer aktiviert werden soll, muss noch das Paket bash-completion installiert werden:
 # pacman -S bash-completion

Nachdem der neue Benutzer angelegt und eventuell ein sudo-Zugang eingerichtet wurde, kann man sich über den folgenden Befehl vom System abmelden, um sich anschließend mit dem neuen Benutzernamen und Passwort neu anzumelden:
 # logout 
In den folgenden Schritten wird angenommen, dass unter dem neuen Benutzerkonto gearbeitet wird, weshalb Befehlen, die Root-Rechte benötigen "sudo" vorangestellt wird.

2 Konfiguration der Soundausgabe


Zur Soundausgabe wird unter Arch Linux standardmäßig ALSA genutzt. Dieses Kernel-Modul ist bei der Installation des Basissystems bereits enthalten, jedoch ist die Soundausgabe zunächst stumm geschalten. Um den Sound zu aktivieren, ist es zunächst nötig, das Paket alsa-utils zu installieren, was durch folgenden Befehl über den Paketmanager Pacman möglich ist:
 $ sudo pacman -S alsa-utils  
Zum Einstellen der Lautstärke des Master-Audiokanals kann eine der beiden folgenden Vorgehensweisen genutzt werden:
  1. Das, in dem gerade eben installiertem Paket enthaltene, Programm alsamixer bietet eine einfache grafische GUI zur Einstellung der einzelnen Lautstärken der verschiedenen Audiokanäle. Es kann über den folgenden Befehl gestartet werden. Mit den linken und rechten Pfeiltasten kann anschließend der jeweilige Kanal ausgewählt werden, die "m"-Taste ändert die Stummschaltung, und über die nach-Oben-, bzw. nach-Unten-Taste kann der Lautstärkepegel angepasst werden.
     $ alsamixer  
    
  2. Alternativ kann die Lautstärke des Master-Kanals direkt per Konsolenbefehl gesetzt werden:
     $ amixer sset Master unmute  
    

Das Programm alsamixer unter Arch Linux (Bildquelle: r11networks.com, Klicken zum Vergrößern)
Die korrekte Soundausgabe kann über den folgenden Befehl getestet werden, wobei über den Wert des c-Parameters die Anzahl der Kanäle gesetzt werden kann. Auf den verschiedenen Kanälen sollte bei korrekte Funktion nacheinander ein Ton erklingen.
 $ speaker-test -c 2  

3 Installation des Fenstersystems


Das Fenstersystem X is ein Netzwerk- und Display-Protokol, das die Darstellung von Fenstern auf Bitmap-Displays erlaubt. Seine Installation stellt die Grundlage für die Einrichtung eines Desktopsystems dar, auf die im nächsten Artikel eingegangen werden wird.

Um das Fenstersystem zu installieren genügt es zunächst, die Pakete xorg-server, xorg-server-utils und xorg-xinit mittels dem folgenden Befehl zu installieren:
 $ sudo pacman -S xorg-server xorg-server-utils xorg-xinit  
Für 3D-Unterstützung sollte darüber hinaus noch das Paket mesa installiert werden:
 $ sudo pacman -S mesa  

Installation des Grafikkarten-Treibers:


Der Linux-Kernel enthält bereits OpenSource-Grafiktreiber, doch für die Unterstützung von OpenGL und 2D-Grafikbeschleunigung im Zusammenspiel mit X11 muss ein Grafiktreiber installiert werden, der auf die konkrete Grafikkarte des Systems abgestimmt ist.

Falls man nicht weiß, welcher Grafikkartenchipsatz verwendet wird, lässt sich diese Information über den folgenden Befehl herausfinden:
 $ lspci | grep VGA  
Über den unten stehenden Befehl lässt sich außerdem eine komplette Liste aller verfügbaren OpenSource-Grafikkartentreiber ausgeben:
 $ sudo pacman -Ss xf86-video | less  
Die am häufigsten benötigten dieser OpenSource-Grafiktreiber, sowie ihre proprietäre Pendants, sind in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Hersteller
Lizenz
Treiber
Multilib-Package
AMD/ATI
OpenSource
xf86-video-ati
lib32-ati-dri

Proprietär
catalyst-dkms
lib32-catalyst-utils
Intel
OpenSource
xf86-video-intel
lib32-intel-dri
Nvidia
OpenSource
xf86-video-nouveau
lib32-nouveau-dri
Proprietär
nvidia
lib32-nvidia-libgl

Um beispielsweise den Treiber für Intel-Grafikchipsätze zu installieren, genügt der folgende Konsolenbefehl. Für alle anderen Treiber erfolgt die Installation analog.
 $ sudo pacman -S xf86-video-intel  
Die, in der Spalte "Multilib-Package" angegebenen, Pakete sollten zusätzlich zur Unterstützung der Grafikbeschleunigung in 32 Bit-Programmen installiert werden, wenn es sich um ein 64 Bit-System handelt. Hierfür muss zuerst das Multilib-Repository in der Pacman-Konfigurationsdatei /etc/pacman.conf aktiviert werden, indem die folgenden Zeilen hinzugefügt, bzw. die #-Zeichen am Zeilenanfang entfernt werden:
 [multilib]  
 Siglevel = PackageRequired  
 Include = /etc/pacman.d/mirrorlist  
Die Änderungen in der Konfigurationsdatei können dann durch Ausführen des folgenden Befehls übernommen werden:
 $ sudo pacman -Syy  
Anschließend kann das jeweilige Multilib-Paket über Pacman installiert werden. Hierfür genügt etwa in diesem Beispiel, in dem angenommen wird, dass ein Intel-Grafikchipsatz verwendet wird, der folgende Befehl:
 $ sudo pacman -S lib32-intel-dri  
Außerdem sollte der Vesa-Treiber installiert werden. Das ist ein Treiber, der mit fast jeder GPU zusammenspielt, jedoch keine 2D- und 3D-Beschleunigung anbietet. Er wird von X verwendet, wenn kein anderer Treiber zur Verfügung steht:
 $ sudo pacman -S xf86-video-vesa  

Installation der Treiber für Eingabegeräte:


In der Regel ist eine Installation von Treibern für Standard-Eingabegeräten, wie Tastaturen oder Mäuse, nicht notwendig, da der dafür zuständige Treiber bereits in der Basisinstallation enthalten ist. Falls es sich bei dem Rechner jedoch um einen Laptop oder ein ähnliches Gerät mit Touchpad oder Touchscreen handelt, sollte für dessen Unterstützung das folgende Paket installiert werden:
 $ sudo pacman -S xf86-input-synaptics  

Konfiguration und Testen von X:


X bietet eine automatische Erkennung der zu verwendenden Treiber an, weshalb die manuelle Erstellung einer Konfigurationsdatei meist nicht nötig ist. Wenn jedoch ein Tastaturlayout genutzt werden soll, das nicht dem Standard-US-Layout entspricht, muss hierfür noch über den folgenden Befehl die Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf.d/10-keyboard.conf angelegt werden:
 $ sudo nano /etc/X11/xorg.conf.d/10-keyboard.conf  
Für die Benutzung des deutschen Tastaturlayouts muss sie beispielsweise den folgenden Inhalt haben:
 Section "InputClass"  
   Identifier       "Keyboard Defaults"  
   MatchIsKeyboard  "yes"  
   Option           "XkbLayout" "de"  
 EndSection  
Die Kürzel weiterer Layouts finden sich in der Datei /usr/share/X11/xkb/rules/base.lst in dem Abschnitt, der mit "! layout" beginnt. Weitere Informationen über die Konfigration von X finden sich in diesem Artikel des englischsprachigen Arch-Wikis.

Zum Testen der X-Installation müssen zunächst die Pakete xorg-twm, xorg-xclock und xterm installiert werden, die anschließend wieder entfernt werden können:
 $ sudo pacman -S xorg-twm xorg-xclock xterm  
Anschließend kann die Test-Session über den folgenden Befehl gestartet werden:
 $ sudo startx  
Dadurch sollten einige Konsolen-Fenster erscheinen. Es sollte sichergestellt werden, dass die Tastatur und die Maus funktioniert. Falls dies der Fall ist, kann die Test-Umgebung durch Eingabe des folgenden Befehls in alle angezeigten Konsolen beendet werden:
 $ exit  

4 Installation von zusätzlichen Schriftarten


Zuletzt sollte noch das Schriftartenpaket DejaVu installiert werden, das eine Menge hochwertiger TrueType-Schriftarten mit sich bringt, da die Basisinstallation nur unskalierbare Bitmap-Fonts enthält. Das Paket lässt sich über den folgenden Befehl installieren:
 $ sudo -pacman -S ttf-dejavu 
Falls das Font-Rendering weiter konfiguriert werden soll, bietet dieser Artikel des Arch-Wikis Informationen über dementsprechende Möglichkeiten.

Weiterführende Links:

29. Juli 2013

Arch Linux: Umstieg von Ubuntu auf Arch Linux - Installation (Teil 2)

In diesem zweiten Teil der Serie von Artikeln über den Umstieg auf Arch Linux soll die Installation des Basissystems dieser Linux-Distribution erläutert werden. Eine ausführliche Dokumentation über den Installationsvorgang für Einsteiger ist im offiziellen, englischsprachigen Arch-Wiki unter diesem Link verfügbar. Eine Dokumentation die sich an erfahrene Arch-Benutzer richtet ist dagegen unter diesem Link zu finden.

Die Beispiele dieser schrittweisen Anleitung orientieren sich an den Konfigurationen, die ich bei der Installation von Arch Linux auf meinem System getroffen habe. Dazu gehört die Partitionierung mittels GPT, wobei eine separate Boot-Partitiion genutzt wird. Der übrige Festplattenplatz wird mittels LVM verschlüsselt und in eine logische Root-, Var- und Home-Partition aufgeteilt. Als Boot-Manager wird Syslinux eingesetzt. Es bestehen darüber hinaus zahlreiche weitere Konfigurationsmöglichkeiten, die in diesem Artikel zwar erwähnt, jedoch aufgrund der Komplexität nicht näher aufgezeigt werden.

1 Schreiben des Images auf einen Datenträger


Als erster Schritt zur Installation von Arch Linux muss zunächst das ISO-Image, das die hierfür notwendigen Daten enthält, über die Download-Seite bezogen werden. Das Image unterstützt dabei sowohl 32-, als auch 64-Bit-Architekturen.

Anschließend muss das Image auf eine CD oder DVD gebrannt werden. Alternativ kann auch ein bootfähiger USB-Stick zur Installation genutzt werden. Wie das Image hierfür unter Ubuntu auf den USB-Stick kopiert werden kann, wurde in diesem Blog bereits in diesem Artikel thematisiert. Ergänzend soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass ebenfalls eine Netzwerk-Installation möglich ist, welche in diesem Artikel jedoch außen vor gelassen werden soll. Die Vorgehensweise hierfür ist in den eingangs erwähnten Wiki-Artikeln beschrieben.

2 Starten der Installation


Zum Starten der Installation muss nun von dem gewählten Installationsmedium gebootet werden. Aus dem erscheinenden Menü lassen sich dann zur Installation, je nach Rechnerarchitektur, die Optionen Boot Arch Linux (x86_64) oder Boot Arch Linux (i686) auswählen. Nachdem der darauffolgende Ladevorgang abgeschlossen ist, erscheint eine Kommandozeile, über die folgenden Schritte der Installation abgewickelt werden.


Das Boot-Menü von Arch Linux (Bildquelle: linuxuser.co.uk, Klicken zum Vergrößern)

3 Sprachauswahl


Zunächst muss über die Konsole das korrekte Keyboard-Layout geladen werden. Für das deutsche Layout muss hierfür folgender Befehl ausgeführt werden (Zu diesem Zeitpunkt ist noch das englische Tastaturlayout aktiv, weshalb das y-Zeichen auf der z-Taste und der Bindestrich auf der ß-Taste liegt). Eine komplette Liste der verfügbaren Keyboard-Layouts findet sich unter diesem Link.
 # loadkeys de-latin1  
Anschließend sollte die verwendete Schriftart geändert werden, so dass mehr als die 26 Zeichen des englischen Standard-Alphabets dargestellt werden können.
 # setfont Lat2-Terminus16  
Optional kann nun die Sprache geändert werden, die für die Installation genutzt werden soll. Die zu verwendende Sprache ist dabei in der Datei /etc/locale.gen definiert. Über den unten stehenden Befehl lässt sich die Datei in einem Editor bearbeiten. Das #-Zeichen vor der Zeile, die die gewünschte Sprache enthält, muss darin entfernt werden (in diesem Beispiel wird de_DE.UTF-8 für Detusch verwendet) un der Editor anschließend über die Tastenkombination Strg+X beendet werden. Dabei muss das Speichern der Änderungen mit Y und Enter bestätigt werden.
 # nano /etc/locale.gen  
 
Abschließend müssen zur erfolgreichen Übernahme der geänderten Sprachkonfiguration die beiden folgenden Befehle ausgeführt werden:
 # locale-gen  
 # export LANG=de_DE.UTF-8  

 

4 Herstellen der Internetverbindung


Im nächsten Schritt gilt es, die Internetverbindung, die später für das Herunterladen der zu installierenden Pakete verwendet wird, zu konfigurieren. Es ist hierfür ratsam, auf eine kabelgebundene Netzwerkverbindung zurückzugreifen, da der hierfür notwendige DHCPCD-Daemon beim Start der Installation automatisch gestartet wird. Alternativ soll im Folgenden auch die Möglichkeit zur Einrichtung einer WLAN-Verbindung erläutert werden.

Konfiguration einer direkten LAN-Verbindung:


Die Konnektivität der LAN-Verbindung lässt sich beispielsweise über den folgenden ping-Befehl testen:
 # ping -c 3 www.google.com  
Wenn eine funktionierende Internetverbundung besteht, sollte als Ergebnis des Befehls eine Ausgabe, die der unten aufgeführten ähnelt, erscheinen. Falls stattdessen der Fehler "ping: unknown host" zurück gegeben wird, wurde die Internetverbindung nicht korrekt konfiguriert. Dies is etwa der Fall wenn eine statische IP-Adresse oder ein Proxy-Server verwendet werden muss. Für die Behandlung solcher Fälle ist es ratsam, einen der eingangs erwähnten Artikel aus dem Arch-Wiki zu Rate zu ziehen.
 PING www.l.google.com (74.125.132.105) 56(84) bytes of data.  
 64 bytes from wb-in-f105.1e100.net (74.125.132.105): icmp_req=1 ttl=50 time=17.0 ms  
 64 bytes from wb-in-f105.1e100.net (74.125.132.105): icmp_req=2 ttl=50 time=18.2 ms  
 64 bytes from wb-in-f105.1e100.net (74.125.132.105): icmp_req=3 ttl=50 time=16.6 ms  
   
 --- www.l.google.com ping statistics ---  
 3 packets transmitted, 3 received, 0% packet loss, time 2003ms  
 rtt min/avg/max/mdev = 16.660/17.320/18.254/0.678 ms  


Konfiguration einer WLAN-Verbindung:


Soll stattdessen eine WLAN-Verbindung genutzt werden, muss zunächst der Name des hierfür zu verwendenden WLAN-Adapters ermittelt werden. Dies ist über den folgenden Befehl möglich:
 # iw dev  
Die Ausgabe des Befehls könnte etwa wie folgt aussehen. Die Bezeichnung "wlp12s0" entspricht dabei dem gesuchten Namen.
 phy#0  
     Interface wlp12s0  
         ifindex 3  
         wdev 0x1  
         addr 00:21:6a:5e:52:bc  
         type managed  
Unter Verwendung des zuvor ermittelten Namens kann das Netzwerkinterface durch den folgenden Befehl aktiviert werden:
 # ip link set wlp12s0 up  
Falls bei der Ausführung dieses Befehls die Fehlermeldung "SIOCSIFFLAGS: No such file or directory" zurück gegeben wird, handelt es sich bei dem verwendeten Netzwerkinterface um eines der wenigen, dessen Firmware manuell geladen werden muss. Für die Behandlung eines solchen Falles sei an dieser Stelle einmal mehr auf die eingangs erwähnten Artikel des Arch-Wikis verwiesen.

Um die Verbindung zu einem Drahtlosnetzwerk herzustellen, kann das Programm wifi-menu verwendet werden, das über den unten stehenden Befehl gestartet werden kann. Es ermöglicht die Auswahl von gefundenen Netzwerken und die anschließende Eingabe des, für die Verbindungsherstellung notwendige, Passworts.
 # wifi-menu wlp12s0  
Die Konnektivität der auf diese Weise hergestellten drahtlosen Internetverbindung, kann ebenfalls über den oben erwähnten ping-Befehl getestet werden.

5 Partitionierung der Festplatte


Bevor das System auf die Festplatte installiert werden kann, muss in diesem Schritt deren Partitionierung durchgeführt werden. Für die Partitionierung gibt es viele verschiedene Varianten, die abhängig von den persönlichen Wünschen und der Hardware des Computers sind. Aufgrund des Umfangs ist es in diesem Artikel nicht möglich alle Varianten abzudecken. Stattdessen wird im Folgenden die Einrichtung einer einzigen dieser möglichen Partitionierungen vorgestellt und lediglich auf unterschiedliche Möglichkeiten hingewiesen. Für deren Umsetzung ist bei Bedarf wieder einmal das Arch-Wiki heranzuziehen. Außerdem ist zu beachten, dass das Partitionieren der Festplatte zu Datenverlust führen kann, weshalb es ratsam ist, relevante Daten zuvor zu sichern.

Vor der eigentlichen Partitionierung gilt es zunächst, zu entscheiden, welche Art von Partitionstabelle verwendet werden soll. Zur Auswahl stehen eine GUID-Partitionstablle (GPT) oder ein Master Boot Record (MBR). GPT stellt dabei die modernere Variante dar und ist auf aktuellen Systemen zu empfehlen, weshalb diese Anleitung im Folgenden diese Variante verwenden wird.

Desweiteren muss für UEFI-Motherboards eine UEFI System-Partition eingerichtet werden, während BIOS-Mainboards eine BIOS Boot-Partition benötigen. Im folgenden Beispiel wird angenommen, dass eine solche Boot-Partition, auf der später der Bootloaded GRUB zum Einsatz kommen soll, eingerichtet werden muss.

Die Einrichtung der GPT-Partitionen erfolgt durch das Tool cgdisk, das über den unten stehenden Befehl gestartet werden kann, wobei es sich bei /dev/sda um den Einhängepunkt der Festplatte handelt, die partitioniert werden soll.
 # cgdisk /dev/sda  
Über das Tool sollen im Folgenden die notwendige Boot-Partition, sowie eine weitere System-Partition, die den restlichen Festplattenspeicher einnimmt, erstellt werden. Diese zweite Partition wird dann im Folgenden, wie im nächsten Abschnitt erklärt, mit LVM verschlüsselt und über sogenannte Logical Volumes in weitere virtuelle Partitionen aufgeteilt, die die Aufgaben einer Swap-Partition für das Auslagern von Daten bei überfülltem RAM, einer Root-Partition auf der das eigentliche Betriebssystem installiert wird, einer Var-Partition für Caching und Logging, sowie einer Home-Partition auf der getrennt die Benutzerdaten gespeichert werden, erfüllen.

Boot-Partition:


Um die Boot-Partition anzulegen, muss zunächst der Menüpunkt New ausgewählt werden. Anschließend wird der Sektor abgefragt, in dem die Partition starten soll. Da diese Partition die erste auf der Festplatte sein soll, kann der Standardwert 2048 mit Enter bestätigt werden. Der Bereich von Sektor 0 bis 2047 bleibt ungenutzt. Als nächstes wird die gewünschte Größe der Partition abgefragt. Hierfür eine solche Boot-Partition eignet sich ein Wert von etwa 100 MiB, was dem Wert 100M entspricht. Für den daraufhin abgefragten Hex-Code muss dann der Wert EF02 eingegeben werden, welcher die Partition als BIOS Boot-Partition identifiziert. Zuletzt kann noch ein Name für die neu erstellte Partition angegeben werden, welcher in diesem Beispiel für boot sein soll. Die Einrichtung der Boot-Partition ist hiermit abgeschlossen und das Ergebnis sollte in der angezeigten Partitionstabelle sichtbar sein.

System-Partition:


Über die Cursor-Tasten navigiert man nun in der angezeigten Partitionstabelle zu dem ungenutzten Bereich hinter der zuvor erstellten Boot-Partition und wählt erneut den Menüpunkt New um die eine zweite Partition anzulegen, die den restlichen Festplattenplatz einnimmt. Für den Startsektor kann wieder mit Enter der Standardwert übernommen werden, so dass die Partition direkt an die bereits angelegte Boot-Partition anschließt. Auch die Abfrage zur Größe der Partition kann mit Enter bestätigt werden um den kompletten freien Speicherbereich zu belegen. Das selbe gilt für die Abfrage des Hex-Codes, der den Partitionstyp beschreibt. Der Standardwert beschreibt hierbei eine Standard-Linux-Datenpartition. Als Name wird zuletzt noch system vergeben. Damit ist die Erstellung der Partition abgeschlossen und sie sollte ebenfalls in der Partitionstabelle angezeigt werden.

Bevor die angelegten Partitionen auf die Festplatte geschrieben werden, sollte man die Partitionstabelle noch einmal prüfen. Falls man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann das Programm über die Tastenkombination Strg+C beendet werden, ohne das die Änderungen angewandt werden. Ist man dagegen mit den Einstellungen zufrieden, können die Änderungen über den Menüpunkt Write und ein anschließendes Bestätigen durch die Eingabe von yes geschrieben werden.

6 Einrichten von LVM


Das sogenannte Logical Volume Management, das in diesem Schritt der Installation eingerichtet werden soll, ist nicht zwingend erforderlich, bietet aber einige zusätzliche Möglichkeiten, indem es von dem physikalischen Festplattenspeicher abstrahiert. Dazu gehört zum Beispiel, dass Partitionen später konfortabler vergrößert oder verkleinert werden können oder dass mehrere Festplatten zu einer einzigen virtuellen Festplatte zusammengeschlossen werden können. Der für mich jedoch wichtigste Punkt ist, Partitionen komplett zu verschlüsseln, so dass auf die Daten, die sich darauf befinden, nur nach der Eingabe eines Passwortes beim Bootvorgang zugegriffen werden kann. Wie eine solche Verschlüsselung mittels LVM eingerichtet werden kann, soll im Folgenden erläutert werden.

Die beiden, im vorherigen Schritt angelegten, Partitionen sind den Einhängepunkten /dev/sda1 für die Boot-Partition, sowie /dev/sda2 für die System-Partition, zugeordnet. Die Boot-Partition kann aus technischen Gründen nicht verschlüsselt werden, da ansonsten nicht gebootet werden kann. Dies schränkt die Sicherheit jedoch nicht ein, da auf die verschlüsselten Daten der System-Partition trotzdem nicht zugegriffen werden kann. Um eine optimale Sicherheit zu erzielen, sollte man den Inhalt der zu verschlüsselnden Partition zunächst mit Nullen überschreiben, was über den folgenden Befehl erreicht werden kann:
 # shred -vzn 0 /dev/sda2  
Anschließend müssen für die Einrichtung der Verschlüsselung die dafür notwendigen Kernel-Module geladen werden:
 # modprobe dm-crypt  
Die eigentliche Verschlüsselung kann dann über den unten stehenden Befehl eingerichtet werden (Falls eine Partition mit einer Größe von mehr als 2 TiB verschlüsselt werden soll, sollte stattdessen der Befehl aes-xts-plain64 verwendet werden). Der Befehl muss zunächst durch Eingabe von YES quittiert werden, anschließend muss das Passwort eingegeben und bestätigt werden, das für die Verschlüsselung genutzt werden soll.
 # cryptsetup -c aes-xts-plain -y -s 512 luksFormat /dev/sda2  
Für die weitere Verwendung der eben verschlüsselten Partition für den weiteren Verlauf der Installation, muss diese anschließend durch Eingabe des gewählten Passworts eingebunden werden. Dies geschieht über folgenden Befehl, woraufhin eine neue Gerätedatei mit dem Namen lvm in dem Verzeichnis /dev/mapper erscheint.
 # cryptsetup luksOpen /dev/sda2 lvm  
Das eigentliche LVM und die zugehörige Volume Group kann nun über die folgenden Befehle eingerichtet werden:
 # pvcreate /dev/mapper/lvm  
 # vgcreate main /dev/mapper/lvm  
Abschließend müssen noch die einzelnen Logical Volumes, also die virtuellen Partitionen des LVM definiert werden. In diesem Beispiel handelt es sich dabei um eine Swap-Partition, eine Root-Partition und eine Home-Partition. Die optimale Größe ist dabei abhängig von der Größe des verfügbaren Arbeitsspeichers. Bei weniger als 512 MiB RAM sollte die Größe der Swap-Partition das Doppelte betragen. Ansonsten genügt eine Swap-Partition deren Größe der Größe des RAMs entspricht. In diesem Beispiel wird angenommen dass der RAM 4 GiB beträgt. Die Swap-Partition soll also ebenfalls 4 GiB umfassen. Die Root-Partition dagegen soll einen Speicherbereich von 12 GiB umfassen und die Home-Partition den übrigen freien Speicher für sich beanspruchen. Diese Logical Volumes lassen sich über die folgenden Befehle einrichten. Falls die Größe eines Logical Volumes im Megabyte-Bereich statt im Gigabyte-Bereich liegen soll, muss hierfür als Einheit statt GB das Zeichen M verwendet werden.
 # lvcreate -n swap -L 4G -C y main
 # lvcreate -n root -L 12G main
 # lvcreate -n var  -L 4G  main
 # lvcreate -n home -l 100%FREE main

7 Formatieren der Partitionen


Um auf die zuvor erstellten Partitionen Datein kopieren zu können, müssen diese außerdem noch formatiert werden. Als Dateisystem soll hierfür in diesem Beispiel ext4 zum Einsatz kommen. Die Boot-, Root-, und Home-Partition können durch die folgenden Befehle mit diesem Dateisystem formatiert werden:
 # mkfs.ext4 /dev/sda1  
 # mkfs.ext4 /dev/mapper/main-root
 # mkfs.ext4 /dev/mapper/main-var  
 # mkfs.ext4 /dev/mapper/main-home  
Um die Swap-Partition zu formatieren und zu aktivieren muss stattdessen wie folgt vorgegangen werden:
 # mkswap /dev/mapper/main-swap  
 # swapon /dev/mapper/main-swap  

8 Mounten der Partitionen


Um die einzelnen Partitionen für den weiteren Verlauf der Installation zu nutzen, müssen diese in diesem Schritt gemountet werden. Eine hilfreiche Übersicht über die existierenden Partitionen lässt sich über den folgenden Befehl anzeigen:
 # lsblk /dev/sda  
Die Mount-Reihenfolge ist sehr wichtig. Zuerst muss die Root-Partition folgendermaßen im Verzeichnis /mnt gemountet werden:
 # mount /dev/mapper/main-root /mnt  
Anschließend können die übrigend Partitionen gemountet werden. Zunächst wird hierfür die Home-Partition in dem Verzeichnis /mnt/home eingehängt:
 # mkdir /mnt/home  
 # mount /dev/mapper/main-home /mnt/home  
Anschließend wird die Var-Partition unter /mnt/var gemountet:
 # mkdir /mnt/var  
 # mount /dev/mapper/main-var /mnt/var  
Zuletzt wird dann noch die Boot-Partition unter /mnt/boot gemountet: 
 # mkdir /mnt/boot  
 # mount /dev/sda1 /mnt/boot  
Die Swap-Partition muss dagegen nicht gemountet werden.

9 Auswahl eines Mirrors


Mit Mirrors sind an dieser Stelle die Online-Quellen für Software-Installationen und -Updates gemeint. Die Liste aller Server, die als Quellen herangezogen werden, ist unter /etc/pacman.d/mirrorlist gespeichert und lässt sich in diesem Schritt optional edititieren. Hierfür ist unter dieser Adresse ein Generator-Tool verfügbar, über das sich Kriterien wie die etwa die Region des Servers oder ob das HTTP- bzw. HTTPS-Protokol genutzt wird, einstellen lassen und eine Ergebnisliste angezeigt wird. Zu beachten ist hierbei, dass Server, die das HTTP- oder HTTPS-Protokol nutzen, in der Regel schneller sind als FTP-Server.

Falls die Liste von Mirrors edititert werden soll, lässt sich die entsprechende Datei über folgenden Befehl in einem Editor öffnen. Die Datei enthält Standardmäßig alle verfügbaren Mirrors. Die nicht erwünschten Adressen müssen aus der Datei gelöscht, oder die jeweilige Zeile durch das Voranstellen eines #-Zeichens auskommentiert werden. Über Strg-X kann der Editor anschließend wieder beendet werden. Die Änderungen müssen dabei bestätigt werden.
 # nano /etc/pacman.d/mirrorlist  

10 Installation des Basissystems


Nach den bereits getätigten Konfigurationen ist es nun an der Zeit, das Basissystem zu installieren. Die Installation wird folgendermaßen über das pacstrap-Skript durchgeführt (Falls die Installation ohne Benutzerinteraktion zur Bestätigung der Installation der einzelnen Pakete erfolgen soll, kann der i-Parameter weggelassen werden):
 # pacstrap -i /mnt base  

11 Generierung der "File System Table"


Bei der sogenannten File System Table handelt es sich um eine Datei, die alle zu mountenden Dateisysteme des Systems enthält. Diese Datei, die nach diesem Schritt unter /mnt/etc/fstab zu finden sein wird, lässt sich einfach über den folgenden Befehl generieren:
 # genfstab -U -p /mnt >> /mnt/etc/fstab  
Falls Dateisysteme, die durch die File System Table gemountet werden sollen, auf einer SSD liegen, sollte die fstab-Datei außerdem editiert werden, um den Verschleiß des Datenträgers durch unnötige Schreibvorgänge zu verhindern. Hierfür ist die Datei über den unten stehenden Befehl in einem Editor zu öffnen und die vierte Spalte, die die Mount-Optionen enthält, aller betroffenen Dateisysteme zu edititeren, so dass sie den Wert "discard, noatime, commit=600, defaults" enthält. Ausnahmen bilden hierbei eine eventuell vorhandene Swap-Partition, für die die Mount-Optionen "sw, discard" gesetzt werden sollte, sowie die Root-Partition für die die Mount-Optionen "discard, noatime, commit=600, errors=remount-ro" gewählt werden sollten.
 # nano /mnt/etc/fstab  
Die fstab-Datei für das in diesem Artikel verwendete Beispiel könnte dann in etwa folgendermaßen aussehen:
 #  
 # /etc/fstab: static file system information  
 #  
 # <file system>                    <dir>    <type>    <options>  <dump>                                           <pass>  
   
 # /dev/mapper/main-root  
 UUID=a6d24c4e-d92b-4dba-8dc0-271f52c24698    /        ext4       discard, noatime, commit=600, errors=remount-ro  0    1  
   
 # /dev/mapper/main-home  
 UUID=0e93cfe2-b2dd-4f56-8efe-496c6f79a1b8    /home    ext4       discard, noatime, commit=600, defaults           0    2  
   
 # /dev/mapper/main-var
 UUID=5c6d2937-e84d-41c0-a730-57b17780af2c    /var     ext4       discard, noatime, commit=600, defaults           0    2

 # /dev/sda1  
 UUID=e3bb6038-7a1d-42b2-be37-f90f388b43ca    /boot    ext4       discard, noatime, commit=600, defaults           0    2  
   
 # /dev/mapper/main-swap  
 UUID=9335ef5f-8a8c-425b-ac5f-b5a2e8f45cc3    none     swap       sw, discard                                      0    0  
Außerdem sollte die Datei /etc/lvm/lvm.conf so edititert werden, dass die Zeile "issue_discards = 0" auf den Wert 1 gesetzt wird.

Die hier aufgeführten Optimierungen für SSD-Laufwerke wurden diesem Artikel des Debian-Wikis entnommen, der eben dieser Thematik gewidmet ist.

12 Konfiguration des Basissystems


In dem nun folgenden Schritt gilt es, das zuvor installierte Basissystem zu konfigurieren. Hierfür muss das aktuell verwendete Rootverzeichnis zunächst über folgenden Befehl auf den Einhängepunkt /mnt geändert werden:
 # arch-chroot /mnt  

Locales:


Die sogenannten Locales werden von Programmen dazu genutzt länderspezifische Währungseinheiten, Zeit- und Datumsformate, sowie andere regional abhängige Werte korrekt darzustellen. Um hierfür die Unterstützung für die jeweilige Region einzurichten, in der man sich befindet, ist das Editieren der beiden Dateien /ect/locale.gen und /etc/locale.conf nötig.

Um die Datei /etc/locale.gen zu editieren, muss sie über folgenden Befehl in einem Editor geöffnet werden:
 # nano /etc/locale.gen  
Standardmäßig sind alle Zeilen der Datei auskommentiert. Für diejenigen Einträge, die genutzt werden sollen, muss das voran gestellte #-Zeichen entfernt werden. Neben dem Eintrag "en_US.UTF-8 UTF 8" für die US-englische Region sollte auf diese Weise der Eintrag "de_DE.UTF-8 UTF 8" für Deutschland aktiviert werden.

Die Änderungen in der Datei müssen nach dem Editieren über den folgenden Befehl übernommen werden:
 # locale-gen  

Die Datei /etc/locale.conf existiert standardmäßig nicht. Um auch sie für den deutschsprachigen Raum zu konfigurieren, kann sie über die folgenden  beiden Konsolenbefehle erzeugt werden:
 # echo LANG=de_DE.UTF-8 > /etc/locale.conf  
 # export LANG=de_DE.UTF-8  

Tastaturlayout und Schriftart:


Bereits ganz zu Beginn der Installation wurden das Tastaturlayout und die verwendete Schriftart geändert. Dieser Schritt ist nun erneut nötig:
 # loadkeys de-latin1  
 # setfont Lat2-Terminus16  
Damit diese Einstellung nach einem Neustart des Systems immer noch verfügbar sind, muss außerdem noch die Datei /ect/vconsole.conf editiert werden, wofür sie über folgenden Konsolenbefehl in im Editor geöffnet werden kann:
 # nano /etc/vconsole.conf  
In die Datei müssen die beiden folgenden Zeilen eingetragen werden:
 KEYMAP=de-latin1  
 FONT=Lat2-Terminus16  

Zeitzone:


Anschließend muss die Zeitzone festgelegt werden, in der man sich befindet. Die verfügbaren Zeitzonen sind im Verzeichnis /usr/share/zoneinfo gespeichert. Um sich auf eine Zeitzone festzulegen, muss ein symbolischer Link auf das Verzeichnis /etc/localtime erstellt werden. Für Deutschland lautet der Befehl um diesen Link einzurichten beispielsweise:
 # ln -s /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime  

Echtzeituhr:


Im nächsten Schritt muss die Echtzeituhr des Systems gesetzt werden, was über den folgenden Befehl geschieht:
 # hwclock --systohc --utc

Hostname:


Letzendlich muss noch ein beliebiger Hostname für das System gesetzt werden, indem er in die Datei /etc/hostname geschrieben wird. Dies ist über folgenden Befehl zu bewerkstelligen, wobei "hostname" durch den gewünschten Hostnamen zu ersetzen ist:
 # echo hostname > /etc/hostname  

13 Netzwerkverbindung konfigurieren


Wie auch das Tastaturlayout und die Schriftart muss auch die Netzwerkverbindung in diesem Schritt erneut konfiguriert werden.

Konfiguration einer direkten LAN-Verbindung:


Wenn der Computer über eine direkte LAN-Verbindung angeschlossen ist, genügt hierfür der unten stehende Befehl:
 # systemctl enable dhcpcd.service  

Konfiguration einer WLAN-Verbindung:


Zur Konfiguration einer WLAN-Verbindung müssen zunächst die Pakete iw, wpa_supplicant und wpa_actiond installiert werden:
 # pacman -S iw wpa_supplicant wpa_actiond  
Für die Nutzung des Programms wifi-menu, wie sie bereits in einem vorherigen Abschnitt dieses Artikels erläutert wurde, muss außerdem noch das Paket dialog installiert werden. Dies ist über den unten stehenden Befehl möglich. Nach Abschluss der Installation und dem Neustart des Systems kann das Programm wifi-menu genutzt werden um eine Verbindung zu einem Drahtlosnetzwerk herzustellen.
 # pacman -S dialog  
Um den Service zu aktivieren, der dafür sorgt, dass die Verbindung zu bereits bekannten Drahtlosnetzwerken automatisch hergestellt wird, sollte außerdem noch der folgende Konsolenbefehl ausgeführt werden, wobei es sich bei "wlp12s0" um den Namen des WLAN-Interfaces handelt.
 # systemctl enable netctl-auto@wlp12s0.service  
Für abweichende Netzwerkkonstellationen sei an dieser Stelle wieder einmal auf die Dokumentation im Arch-Wiki verwiesen.

14 Ramdisk Environment konfigurieren


In diesem Schritt muss das sogenannte Ramdisk Environment kofiguriert weren. Da in dieser Installationsanleitung logische LVM-Partitionen erstellt wurde, werden hierfür Änderungen an der Datei /etc/mkinitcpio.conf notwendig. Hierfür lässt sich die Datei in einem Editor über folgenden Befehl starten:
 nano /etc/mkinitcpio.conf  
Die Zeile, die mit "HOOKS=..." beginnt, muss so editiert werden, dass sie darauf den folgenden Text enthält:
 HOOKS="base udev autodetect modconf block filesystems keyboard keymap encrypt lvm2 fsck"  
Die Änderungen in der editierten Datei müssen anschließend über folgenden Befehl angewandt werden:
 # mkinitcpio -p linux  

15 Setzen des Root-Passwortes


In diesem nächsten Schritt muss das Root-Passwort gesetzt werden. Hierfür muss der folgenden Befehl ausgeführt werden und anschließend das gewünschte Passwort, sowie eine Bestätigung dessen, eingegeben werden.
 # passwd  

16 Installation des Bootloaders


Nun muss ein Bootloader installiert werden, der später dafür sorgen wird, dass das Betriebssystem gestartet werden kann. Zur Auswahl für Systeme mit BIOS-Mainboards, wie das System, das in diesem Beispiel verwendet wird, stehen hierfür Syslinux und GRUB zur Verfügung. In diesem Beispiel soll Syslinux verwendet werden. Für die Einrichtung des Bootloaders auf einem UEFI-System sei auf die eingangs erwähnten Artikel des Arch-Wikis verwiesen.

Für die Einrichtung von Syslinux muss dieses zuerst installiert werden, was mittels des Arch-Linux eigenen Paketmanagers Pacman durch den folgenden Befehl erreicht wird:
 # pacman -S syslinux
Da in diesem Beispiel GPT zur Partitionierung genutzt wurde, muss für die korrekte Funktion von Syslinux noch das Paket gptfdisk installiert werden:
 # pacman -S gptfdisk  
Anschließend muss der Bootloader durch folgenden Befehl initialisiert werden:
 # syslinux-install_update -i -a -m 
Außerdem muss die Konfigurationsdatei /boot/syslinux/syslinux.cfg so editiert werden, dass auf die korrekte Root-Partition verwiesen wird, von der beim Booten gestartet werden soll. Hierfür muss die Datei über folgenden Befehl in einem Editor geöffnet werden muss:
 # nano /boot/syslinux/syslinux.cfg  
Für die beiden Einträge "arch" und "archfallback" muss jeweils die Zeile, die mit "APPEND" beginnt so editiert werden, dass sie wie folgt aussieht:
 APPEND cryptdevice=/dev/sda2:main root=/dev/mapper/main-root ro lang=de locale=de_DE.UTF-8  

17 Neustart des Systems


Die Installation desArch Linux-Basissystems ist hiermit abgeschlossen und das frisch installierte System kann neu gestartet werden. Zur Vorbereitung des Neustarts muss zunächst die chroot-Umgebung über folgenden Befehl verlassen werden:
 # exit  
Anschließend sollten die im Laufe der Installation eingehängten Partitionen ausgehängt werden, was über die folgenden Befehle geschieht:
 # umount /mnt/boot  
 # umount /mnt/home  
 # umount /mnt/var  
 # umount /mnt  
Über den folgenden Befehl wird der Rechner anschließend neu gebootet.
 # reboot  
Zur Anmeldung an dem System nach dem Neustart kann der Standard-Benutzer "root" mit dem zuvor vergebenen Passwort verwendet werden.

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