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26. Dezember 2013

GNOME: Chrome Web Apps in App-Launcher anzeigen

In diesem Artikel soll eine Möglichkeit vorgestellt werden, wie sogenannte "Google Chrome Apps" im App-Launcher der GNOME 3 Shell, der innerhalb des Aktivitäten-Menüs zur Verfügung steht, als Favoriten hinzugefügt werden können. Dadurch ist es möglich, Apps, wie z.B. Google Keep, Google Kalender oder Google Drive, unabhängig Google Chrome zu starten, wobei der Browser jedoch trotzdem auf dem System installiert sein muss. Der unten dargestellte Screenshot zeigt das Resultat der, im weiteren Verlauf dieses Artikels beschriebenen, Schritte.

Die Chrome-Apps Google Drive, Google Kalender und Google Keep im App-Launcher der GNOME-Shell (Klicken zum Vergrößern)

Die folgenden Schritte sind notwendig, um Google Chrome Apps im App-Launcher der GNOME-Shell als Favoriten anzuzeigen. Als Beispiel hierfür wird die App "Google Keep" herangezogen, die es erlaubt, in der Google-Cloud gespeicherte, Notizen zu erstellen.
  • Zunächst ist es notwendig die App, die zukünftig über den App-Launcher der GNOME-Shell unabhängig von Google Chrome gestartet werden soll, innerhalb des Browsers zu installieren.Verfügbare Chrome-Apps können in "Chrome Web Store", der unter dieser Adresse verfügbar ist, gefunden und installiert werden. Google Keep ist beispielweise innerhalb des Stores unter diesem Direktlink verfügbar und kann auf der entsprechenden Seite einfach per Klick auf die dementsprechende Schaltfläche installiert werden.
Die Chrome Web App "Google Keep" innerhalb des Google Web Stores (Klicken zum Vergrößern)
  • Alle installierten Chrome-Apps werden auf der Startseite des Chrome-Browsers angezeigt und können über die entsprechenden Icons innerhalb des Browsers gestartet werden. Um stattdessen eine Desktop-Verknüpfung anzulegen, über die die App außerhalb des Browsers gestartet werden kann, muss der Menüeintrag "Verknüpfung anlegen..." des Kontextmenüs gewählt werden, das über einen Rechtsklick auf ein solches Icon verfügbar ist. 
Kontextmenü einer Chrome-App innerhalb der Startseite des Browsers
  • In dem daraufhin angezeigten Dialog sollte die Option "Desktop" ausgewählt sein, die dafür sorgt, dass nach einem Klick auf die Schaltfläche "Erstellen" eine Datei mit der Endung .desktop in Verzeichnis, das den Desktop des aktuellen Benutzers repräsentiert, erstellt wird. In diesem Beispiel handelt es sich hierbei um das Verzeichnis "Schreibtisch" innerhalb des Home-Verzeichnisses.
Dialog zum Erstellen einer Desktop-Verknüpfung zu einer Chrome Web App (Klicken zum Vergrößern)
  • Der Dateiname der auf diese Weise erstellten Verknüpfung enthält eine unleserliche Kombination von Buchstaben und Zahlen und sollte daher umbenannt werden. Der Dateiname kann hierbei beliebig gewählt werden, wobei jedoch die Dateiendung .desktop erhalten bleiben muss. Der folgende Befehl zeigt, wie eine solche Datei mit Hilfe der Konsole umbenannt werden kann:
     $ mv ~/Schreibtisch/chrome-hmjkmjkepdijhoojdojkdfohbdgmmhki-Default.desktop ~/Schreibtisch/google-keep.desktop  
    
  • Anschließend muss die umbenannte Datei in das Verzeichnis ~/.local/share/applications/ verschoben werden, was über den folgenden Konsolenbefehl bewerkstelligt werden kann:
     $ mv ~/Schreibtisch/google-keep.desktop ~/.local/share/applications/   
  • Um diese Verknüpfungen als Icons innerhalb des App-Launchers der GNOME-Shell anzuzeigen, muss in diesem letzten Schritt der Konfigurationseditor "dconf" genutzt werden. Hierzu müssen die Dateinamen der zuvor erstellten Datei zu dem Wert favorite-apps, der sich unter dem Eintrag org/gnome/shell befindet, hinzugefügt werden. In diesem Beispiel handelt es sich hierbei um den Dateinamen google-keep.desktop, der durch ein Komma getrennt und in Anführungsstrichen ('...') innerhalb der eckigen Klammern ([...]) angegeben werden muss. Der neue Eintrag sollte anschließend unmittelbar in dem App-Launcher der Shell sichtbar werden.
    Der Eintrag "org/gnome/shell/favorite-apps" im dconf-Editor (Klicken zum Vergrößern)
Die hier beschriebene Möglichkeit hat außerdem den positiven Nebeneffekt, dass alle Verknüpfungen zu Chrome-Apps, die sich innerhalb des Verzeichnisses ~/.local/share/applications/ befinden, auch über die Suche der GNOME-Shell auffindbar sind, wie es durch den unten stehenden Screenshot gezeigt wird. 

Chrome Web Apps als Suchergebnisse innerhalb der GNOME-Shell (Klicken zum Vergrößern)

Wird eine Chrome-App wie Google Keep über eine solche Verknüpfung, entweder über den App-Launcher oder die GNOME-Suche, gestartet, wird diese unabhängig von eventuell geöffneten Instanzen des Chrome-Browsers angezeigt. Es somit also nicht weiterhin nötig, den Browser zu starten um den entsprechenden Service nutzen zu können. Der unten stehende Screenshot zeigt das Erscheinungsbild von Google Keep, wenn es über eine solche Verknüpfung gestartet wurde.

Google Keep als eigenständige Anwendung (Klicken zum Vergößern)

Weiterführende Links:

12. September 2013

Arch Linux: Automatische Google Drive-Synchronisation mit Grive

Obwohl schon lange von Google gefordert wird, einen Google Drive-Client für Linux bereit zu stellen, ist dies bisher noch nicht geschehen. Mit "Grive" existiert jedoch ein inoffizieller Client, der es erlaubt, die Dateien aus der Google Drive-Cloud mit einem lokalen Ordner unter Linux zu synchronisieren. Die Projektseite von Grive findet man unter diesem Link.

Grive installieren


Grive ist unter Arch Linux im AUR verfügbar und kann so z.B. über den folgenden Befehl über das Kommandozeilen-Tool "Yaourt" installiert werden:
 $ yaourt -S grive  
Anschließend muss ein Ordner erstellt werden, in dem die auf Google Drive befindlichen Dateien synchronisiert werden sollen. Um den Ordner "Google Drive" im Home-Verzeichnis zu erstellen kann etwa der folgende Konsolenbefehl genutzt werden:
 $ mkdir ~/Google\ Drive
Anschließend wechselt man über den folgenden Befehl in den neu angelegten Ordner:
 $ cd ~/Google\ Drive
Beim ersten Start von Grive muss das Programm mit dem Parameter -a ausgeführt werden, um den Zugriff auf Google Drive zu autorisieren (Wichtig ist dabei ist, dass das Programm aus dem Ordner heraus ausgeführt wird, der zur Synchronisation genutzt werden soll):
 $ grive -a
Durch den Befehl wird ein Link ausgegeben, der in einem Browser eingegeben wird. Dadurch wird eine Seite angezeigt über die man den Zugriff von Grive auf Google Drive autorisieren kann. Dadurch wird ein Code angezeigt, der wiederum in das Terminal eingefügt werden muss, über das zuvor der Befehl ausgeführt wurde. Nach dem Bestätigen der Eingabe über Enter wird der lokale Ordner mit Google Drive synchronisiert.

Autorisierung von Grive über einen Browser (Klicken zum Vergrößern)

Cronjob für automatische Synchronisation einrichten


Um den lokalen Ordner zu synchronisieren muss normalerweise aus einem Terminal heraus der Befehl "grive" in diesem Ordner ausgeführt werden. Um eine automatische Synchronisation zu erreichen kann alternativ ein Cronjob eingerichtet werden, der regelmäßig diesen Befehl ausführt und somit eine Synchronisation nach einem bestimmten Intervall anstößt.

Hierfür muss zunächst ein Bash-Skript erstellt werden, das die Grive-Synchronisation für den gewünschten Ordner ausführt. Um eine solches Skript mit dem Namen "grive-cron.sh" in dem Verzeichnis /bin über den Editor "nano" zu erstellen kann z.B. der folgende Befehl genutzt werden. Der Befehl muss dabei mit Root-Rechten ausgeführt werden, da nur der Root-Benutzer für dieses Verzeichnis Schreibrechte besitzt.
 $ sudo nano /bin/grive-cron.sh  
Als Inhalt der zu erstellenden Datei muss das folgende Shell-Skript eingegeben werden, das dafür sorgt, dass in den Ordner gewechselt wird, der synchronisiert werden soll und anschließend Grive ausgeführt wird. Ders absolute Pfad zu dem zu synchronisierenden Ordner muss natürlich je nach Anwendungsfall angepasst werden.
 #!/bin/bash  
 cd /home/user/Google\ Drive  
 grive  
Anschließend gilt es, einen neuen Cronjob zu erstellen, der in einem bestimmten Intervall dieses Skript ausführt. Um die Konfiguration der Cronjobs des aktuellen Benutzers beispielsweise mit dem Editor "nano" zu editieren kann der folgende Befehl genutzt werden.
 $ env EDITOR=nano crontab -e  
Die Datei die dadurch geöffnet wird, kann verschiedene Cronjobs enthalten, von denen jeder in einer neuen Zeile eingetragen wird. Jeder dieser Cronjobs bestehen aus sechs Spalten von denen die ersten fünf die Zeiten definieren zu denen der Job ausgeführt werden soll und die letzte Spalte den Befehl aufnimmt, der ausgeführt werden soll. Indem die folgende Zeile in die Datei eingefügt wird, wird ein neuer Cronjob definiert, der das zuvor erstellte Skript minütlich ausführt. Weitere Informationen über die Konfiguration der Ausführungszeit von Cronjobs finden sich unter diesem Wiki-Artikel.
 * * * * * /bin/grive-cron.sh
Nach dem Speichern der geänderten Datei über den Shortcut Strg+O und dem Schließen des Editors über Strg+X wird der neue Cronjob automatisch erstellt und gestartet. Über den folgenden Befehl kann man sich eine Liste der aktuell definierten Cronjobs anzeigen lassen:
 $ crontab -l
Über den erstellten Cronjob sollte die Synchronisierung des lokalen Ordners mit Google Drive minütlich oder je nach definiertem Intervall ausgeführt werden und dessen Inhalt somit stets abgeglichen sein.

Weiterführende Links:

5. Mai 2013

Chrome: Firefox-Lesezeichen importieren

In der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung soll kurz erklärt werden, wie Lesezeichen aus Mozilla Firefox in Google Chrome importiert werden können.


  1. Zunächst muss dazu in Firefox der Menüpunkt "Lesezeichen" → "Lesezeichen verwalten" gewählt werden.
  2. In dem sich öffnenden Fenster muss nun die Option "Importieren und Sichern" → "Lesezeichen nach HTML exportieren" in der Funktionsleiste genutzt werden um die Lesezeichen in eine HTML-Datei zu exportieren.
  3. Anschließend muss in Chrome unter dem Menü rechts oben der Eintrag "Lesezeichen" → "Lesezeichen-Manager" gewählt werden.
  4. Im Lesezeichen-Manager von Chrome, der sich daraufhin öffnet, muss nun nur noch der Import der HTML-Datei über die Option "Organisieren" → "Lesezeichen aus HTML-Datei importieren" angestoßen werden. Alle in der Datei enthaltenen Lesezeichen werden daraufhin in einem neuen Unterordner hinzugefügt.
Der Lesezeichen-Manager des Firefox-Browsers (Klicken zum Vergrößern)


30. März 2013

Google Kalender: Mit Sunbird oder Lightning synchronisieren

Mozilla bietet mit der Standalone-Anwendung "Sunbird" und der Thunderbird-Erweiterung "Lightning" zwei Kalenderapplikationen an. Zwar wurde die letzte Version von Sunbird bereits am 30. März 2012 veröffentlicht und die Weiterentwicklung danach zu Gunsten von Lightning eingestellt, doch ist die Anwendung weiterhin zugänglich. Dieser Post soll erklären, wie diese beiden Kalenderanwendung mit Google Kalender verknüpft werden kann, um alle Termine synchron in der Cloud und auf dem Desktop zu halten. Die schrittweise Anleitung orientiert sich dabei an Sunbird, die Vorgehensweise ist jedoch für Lightning die selbe.

  • Um einen Google Kalender in Sunbird einzufügen, muss zunächst über den Menüpunkt Datei → Neuer Kalender der dafür zuständige Dialog geöffnet werden.
  • Im ersten Schritt muss nun die Option "Im Netzwerk" gewählt werden.
Der erste Schritt des Dialogs "Neuer Kalender" (Klicken zum Vergrößern)
  • Die Kalenderdaten werden von Google mittels des offenen Standards WebDAV angeboten.Diese Option ist daher auf der nächsten Seite auszuwählen. Außerdem wird die Eingabe einer Adresse verlangt. Die Adresse des Hauptkalenders hat immer folgenden Aufbau, wobei <email> durch die jeweilige E-Mail-Adresse des Google-Kontos ersetzt werden muss:
https://www.google.com/calendar/dav/<email>/events
 
Der zweite Schritt des Dialogs "Neuer Kalender" (Klicken zum Vergrößern)
  • Nun muss noch der Benutzername (die E-Mail-Adresse des Google-Kontos) und das dazugehörige Passwort eingetragen werden, um das Anlegen des Kalenders abzuschließen.
  • Um die Synchronisation der Termine beim ersten Mal anzustoßen, genügt die Tastenkombination Strg + R oder der Menüpunkt  Datei → Externe Kalender neu laden.
Importierte Kalender in Mozilla Sunbird (Klicken zum Vergrößern)
Jeder weitere Kalender der importiert werden soll, muss auf diese Weise separat angelegt werden. Die jeweiligen Adressen erfährt man unter den Kalendereinstellungen in der Webverwaltung des Google Kalenders. 
Kalendereinstellungen in der Webverwaltung von Google Kalender (Klicken zum Vergrößern)
Wenn es sich bei dem zu importierenden Kalender um einen öffentlichen Kalender handelt (z.B. eine Kalender der Feiertage enthält), kann auch das Format iCalendar benutzt werden. Die entsprechende Option muss dann nur beim Anlegen des Kalenders ausgewählt werden und die entsprechende Adresse, die in den Kalendereinstellungen angezeigt wird, eingegeben werden.